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Terror vor Urnengang in Algerien

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Terror vor Urnengang in Algerien

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Ein Attentat überschattet den Vortag der Parlamentswahlen in Algerien. Zwei Bomben detonierten nahe eines Cafes in Constantine im Nordosten des Landes. Drei Menschen kamen ums Leben. Innenminister Yazid Zaerhouni rief die Wähler auf, durch massive Beteiligung an dem demokratischen Votum gegen den Sabotageakt zu protestieren. Neunzehn Millionen sind wahlberechtigt. Großes Interesse zeigt die Bevölkerung jedoch nicht.

Zeitungen bezweifelten, dass mehr als die Hälfte an die Urne gehen werde. Grund : Die nächste Regierung stehe bereits fest, ist sich dieser Algerier sicher: Er wisse, dass das Ergebnis dasselbe sein werde, er habe die Nase voll von den Leuten, die nicht ans Volk dächten. Er werde nicht wählen. Denn es kämen immer wieder dieselben Menschen an die Macht, die nur Versprechen machen würden. Das habe doch alles keinen Sinn.

Eine Frau bestätigt, als Kabilin kenne sie dieses Rezept auswendig. Man werde erniedrigt, und daran würde sich auch nichts ändern. Als “Erfüllungskammer” für die politischen Wünsche des Präsidenten erscheint vielen ihr Parlament. Vermutlich wird dieses erneut aus dem derzeitigen Parteien-trio bestehen; Verbündete von Präsident Abdelaziz Bouteflika. Terrorgruppen, darunter El-Kaida Maghreb, hatten zum Boykott der Wahl aufgerufen.