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Reichlich Konfliktstoff zwischen EU und Russland - viele Themen bleiben beim Gipfeltreffen erst einmal ausgeklammert

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Reichlich Konfliktstoff zwischen EU und Russland - viele Themen bleiben beim Gipfeltreffen erst einmal ausgeklammert

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Gammelfleisch oder nicht: Russlands Fleisch-Embargo gegen Polen ist eins der Haupthindernisse, die echten Fortschritten beim Gipfel in Samara im Weg stehen. Die polnische Außenministerin bezeichnete es noch kurz zuvor als Kriegserklärung. Russland stört sich an hygienischen Standards und bemängelt, dass es sich oft um minderwertige Re-Exporte aus anderen Ländern handele.

Polen blockiert im Gegenzug seit Monaten mit seinem Veto die Verhandlungen über ein neues Kooperationsabkommen, das unter anderem die Energieversorgung der EU durch Russland absichern soll. Die Europäische Union hängt zu einem Viertel von russischem Gas und Öl ab. Auch hier schwelt Streit: Litauen klagt über einen Lieferstopp für eine Raffinerie seit dem Sommer. Und den Bau der Ostsee-Gaspipeline von Russland nach Deutschland sehen die Anrainer mit Argwohn.

Estlands Verhältnis zu Russland ist nach der Umsetzung eines sowjetischen Kriegerdenkmals und darauffolgenden Protesten russischstämmiger Jugendlicher und harscher Kritik aus Moskau getrübt. Die estnische Botschafterin verließ vorübergehend ihren Posten in Moskau.

Zudem bereitet Russlands Umgang mit Kremlkritikern wie Ex-Schachweltmeister Garry Kasparow den Europäern Sorgen. Der schimpfte jüngst bei seiner Festnahme nach einer nicht genehmigten Demonstration über ein kriminelles Regime und Polizeistaat-Methoden.