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Auftakt für größten Prozess um Wirtschaftsbetrug in Belgien

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Auftakt für größten Prozess um Wirtschaftsbetrug in Belgien

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Vor einem Gericht in Gent hat der bislang größte Betrugsprozess in der Wirtschaftsgeschichte Belgiens begonnen. Den 21 Angeklagten wird vorgeworfen, beim früheren Software-Unternehmen Lernout & Hauspie in großem Stil Bilanzzahlen gefälscht zu haben.

Hauptbeschuldigte sind die beiden Firmengründer Jo Lernout und Paul Hauspie. Sie sollen dazu beigetragen haben, den Umsatz künstlich um 270 Millionen Euro aufzublähen. Die Anklageschrift umfasst 213 Seiten. Lernout erklärte, die Angeklagten würden versuchen, ihre Unschuld zu beweisen.

Lern&ut & Hauspie entwickelte unter anderem Übersetzungssoftware und war Weltmarktführer bei der Spracherkennung am Computer. Dabei reagierte der Computer nicht auf eine Tastatur oder einen Mausklick, sondern auf eine menschliche Stimme.
Eine bahnbrechende Technologie, von der sich auch der belgische Thronfolger, Prinz Philippe, persönlich überzeugte.

1997 stieg Microsoft ins Kapital von &ernout & Hauspie ein, was den Belgiern die Möglichkeit zu Zukäufen in den USA gab. Im Sommer 2000 dann der Anfang vom Ende. Das Wall Street Journal berichtete von frisierten Geschäftszahlen aus Südkorea und Singapur. Am Ende sollen fast 15.000 Anleger ihr Kapital verloren haben.