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Fatah al-Islam im Fadenkreuz libanesischer Ermittler

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Fatah al-Islam im Fadenkreuz libanesischer Ermittler

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Ein Checkpoint in der Nähe des palästinensischen Flüchtlingslagers Nahr el Bared im Libanon. Die Armee ist gezwungen, den Umkreis aller zwölf Lager im Land zu bewachen. Dies sieht ein Abkommen der arabischen Staaten von 1969 vor. Doch die Wirklichkeit IN den Lagern ist eine andere: Hier haben die Milizen das Sagen. Sie tragen Waffen trotz einer UNO-Resolution von 2004. Diese sieht vor, alle Milizen im Libanon zu entwaffnen.

Fehlgeschlagen ist dieses Vorhaben bei der Terrorgruppe Fatah al-Islam: In Nahr al Bared werden ihre 200 Milizen ausgebildet.

Fatah al-Islam steht seit dem 13. Februar im Fadenkreuz der libanesischen Ermittler. An diesem Tag wurden drei Menschen getötet bei der Explosion zweier Busse in Metn, nördlich von Beirut. Es war zugleich der Vorabend des Todestages von Rafik Hariri, dem ermordeten Regierungschef. Libanesischen Behörden zu Folge haben Mitglieder von Fatah al-Islam die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

Der Terrorismus-Experte Claude Moniquet sowie viele seiner Kollegen sehen jedoch Syrien als eigentlichen Drahtzieher. Man befinde sich im Norden des Libanon, in der Nähe von Tripolis. In dieser Region sei der Einfluss Syriens enorm. Man könne sogar soweit gehen, zu sagen, dass Syrien Gruppen wie die Fatah al-Islam nutze, um den Libanon zu destabiliseren, so Moniquet.

Doch sowohl Syrien als auch der Chef von Fatah al Islam bestreiten dies. Shaker al-Abssi wurde in Jordanien für die Ermordung eines amerikanischen Diplomaten zu Tode verurteilt. In Syrien inhaftiert wurde er dort im vergangenen Jahr frei gelassen. Von dort aus zieht er die Fäden im Libanon. Seine Prioritäten: Die Scharia in den Flüchtlingslagern durchsetzen und gegen Israel kämpfen. Er gibt eine ideologische Nähe zur Terrororganisation Al Kaida zu, leugnet aber Verbindungen.

Bedeutet dies nun eine neue Krise im Libanon? Die Analyse von Claude Moniquet. “Eine Destabilisierung des Libanon ist zwar möglich. Allerdings kann die Gruppe dies nur schaffen, wenn sie Verbündete findet. Ob die Hizbollah jedoch bereit ist, sich in ein neues Abenteuer wie im vergangenen Sommer einzulassen, das ist nicht sicher.”