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Weitere Kämpfe mit Islamisten im Nordlibanon

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Weitere Kämpfe mit Islamisten im Nordlibanon

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Mit unverminderter Härte gehen die Kämpfe zwischen Armee und Islamisten im Nordlibanon weiter. Hunderte von Soldaten mit Panzern haben die Flüchtlingsstadt für Palästinenser umstellt, in der vierzigtausend Menschen leben und in der auch die Islamisten ihre Basis haben.

Im Artilleriebeschuss kamen erneut Zivilisten ums Leben; über die genaue Zahl gibt es widersprüchliche Angaben. Armee und libanesische Behörden haben zu diesen Lagern ebensowenig Zutritt wie Rettungsdienste. UNO und Rotes Kreuz bemühen sich inzwischen um Zugang für einen Hilfstransport.

Schon gestern starben in den Kämpfen mehr als fünfzig Menschen: Darunter offenbar auch ein Mann, der in Deutschland gesucht wurde; wegen der Kofferbomben vom Kölner Hauptbahnhof letztes Jahr. Sein Bruder wartet in Deutschland auf seinen Prozess.

Der Getötete war ein Anführer der Gruppe Fatah al-Islam, zu der auch die anderen Islamisten in diesem Kampf gehören. Libanons Regierung wirft der Gruppe Anschläge vor sowie Kontakte zu den Terroristen von Al-Kaida. Fatah al-Islam bestreitet das, bis auf eine Übereinstimmung mancher Ideen mit Al-Kaida.

Palästinenser in einem anderen Flüchtlingslager in der Nähe demonstrierten gegen den Beschuss ihrer Landsleute. Sie verurteilten aber auch die Angriffe der Islamisten auf die libanesische Armee. Zwei Soldaten, die dabei gestern ums Leben kamen, wurden heute in Tripolis zu Grabe getragen. Inzwischen hat Fatah al-Islam die Armee aufgefordert, ihre Angriffe einzustellen; sonst werde man den Kampf in andere Landesteile ausdehnen.