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Fall Litwinenko: Gespannte Stimmung zwischen Russland und Großbritannien

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Fall Litwinenko: Gespannte Stimmung zwischen Russland und Großbritannien

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Der Tod des ehemaligen russischen Agenten Alexander Litwinenko belastet die Beziehungen zwischen Moskau und London schwer. Die britische Generalstaatsanwaltschaft sieht den russischen Geschäftsmann Andrej Lugowoi als auptverdächtigen und verlangt dessen Auslieferung. Lugowoi selbst betonte seine Unschuld und kündigte Enthüllungen an, die die Sicht des Falles verändern könnten. In Moskau wird der Haftbefehl gegen Lugowoi als indirekter Vorwurf gewertet, der Machtapparat um den Präsidenten sei in Litwinenkos Tod verwickelt. Britische Kommentatoren sprechen bereits von einem neuen “Kalten Krieg”.

Zudem tauchte ein Video aus dem Jahr 1998 auf, auf dem Litwinenko und zwei andere Agenten brisante Details berichten. Daraus geht auch hervor, dass Litwinenko sein Leben schon damals bedroht sah. Er habe Angst um seine Familie, sagt er, und: Wenn diese Leute nicht aufgehalten würden, werde die Gesetzlosigkeit in Russland regieren. Zudem erzählt er von Mordplänen gegen des russischen Milliardär Boris Beresowski, der heute im Londoner Exil lebt und dessen Auslieferung Russland verlangt.

Im November 2006 war der Kreml-Kritiker Litwinenko vergiftet worden. Das politische Gerangel um ein Gerichtsverfahren gegen Lugowoi könnte sich laut Experten noch lang hinziehen – zumal die britische Regierung sich entschlossen zeigt, nicht nachzugeben.