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Libanon: Fragile Waffenruhe in Nahr-al-Bared - Zahlreiche Menschen weiterhin auf der Flucht

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Libanon: Fragile Waffenruhe in Nahr-al-Bared - Zahlreiche Menschen weiterhin auf der Flucht

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Nach tagelangen, heftigen Kämpfen in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Nordlibanon scheint eine am Dienstag ausgerufene Waffenruhe wenigstens vorerst zu halten. Die Lage sei relativ ruhig, hieß es am Mittwoch morgen. Dennoch verlassen weiterhin zahlreiche Menschen das Camp in Nahr-al-Bared. Die libanesische Armee geht seit Sonntag gegen die radikalislamische Fatah al-Islam vor, nachdem einige Mitglieder eine Bank ausgeraubt haben sollen. “Was soll ich sagen”, meint eine Frau. “Zerstörung und Feuer. Es liegt in Gottes Hand. Alles ist verwüstet.”

Mehr als 10.000 Palästinenser haben das Lager bereits verlassen. Viele berichteten von katastrophalen Zuständen: Leichen lägen in den Straßen und es gebe nicht genug Nahrungsmittel. “Sie haben das Lager zerstört”, so ein Flüchtling, “es gibt kein Wasser, nichts zu essen, wir verhungern.”

Das Lager Nahr al-Bared bei Tripolis, in dem rund 40.000 Palästinenser leben, besteht seit 1949. Seit Ausbruch der Kämpfe wurden rund 80 Menschen getötet. In Schulen wurden provisorische Krankenstationen eingerichtet. Nach einem Waffenstillstandsangebot der libanesischen Armee hatte die Fatah al-Islam am Dienstag aus humanitären Gründen eine Feuerpause angekündigt. Seit dem Abend soll laut Beobachtern kein Schuss mehr gefallen sein.