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Parlamentswahl in Irland

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Parlamentswahl in Irland

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Soll in Irland alles beim alten bleiben? Oder werden die Iren an diesem Donnerstag für den politischen Wechsel stimmen?
Die Regierung aus der bürgerlichen Partei “Fianna Fail” und den wirtschaftsfreundlichen “Progressiven Demokraten” hat in den vergangenen zehn Jahren ihre Hausarbeiten gemacht, dem Land geht es gut.

Sie liefert sich in den Umfragen mit der Opposition aus “Fine Gael” und “Labour-Partei” Kopf-an-Kopf-Rennen. Der 56jährige Regierungschef Bertie Ahern bewirbt sich um die dritte Amtszeit: Er sagt : “Als wir vor zehn Jahren mit unserer Arbeit begannen, stand Irland vor gewaltigen Herausforderungen. Im letzten Jahrzehnt gab es jedoch viele Veränderungen. Auf vielen Ebenen kann man von einem irischen Jahrzehnt sprechen.”

Zum ersten Mal gewählt wurde er 1997. Wie sein Freund Tony Blair hat er diesmal versucht, den Wahlkampf auf seine Person zuzuschneidern. Seine Bilanz ist mehr als nur gut. Da wäre seine Rolle im nordirischen Friedensprozess zu nennen – ebenso wie das enorme Wirtschaftswachstum Irlands.

Die grüne Insel hat sich vom Armenhaus Europas zum so genannten “keltischen Tiger” gemausert. Das Wachstum – höher als bei allen europäischen Nachbarn. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,3 Prozent – es ist die niedrigste in der EU. Die Unternehmenssteuern liegen unter 15 Prozent.

Eine Bilanz, die die konkurrierende “Fine Gael” unter Enda Kenny zum Handeln zwingt. Er sagt: “Heute ist der Anfang vom Ende der zehnjährigen Amtszeit von Fianna Fail und den Progressiven Demokraten mit ihren gebrochenen Versprechen und ihrer Selbstgefälligkeit.”

Kenny zu Folge sind die Früchte des Wachstums nicht gut investiert. Er kritisiert, dass die Mieten in die Höhe schießen, dass die Infrastrukur den neuen Belastungen nicht gewachsen sei und dass öffentliche Gelder verschwendet werden. Wer den Sieg bei den Parlamentswahlen davon- trägt, darüber entscheiden vermutlich die noch Unentschlossenen und die kleineren Parteien.

Zum Beispiel die “Grünen” oder die “Sinn Fein” von Gerry Adams, die Ahern vor zehn Jahren zum Sieg verholfen hatte. Bis jetzt lehnen beide Seiten – die Regierung sowie die Opposition – ein Bündnis mit ihr ab. Das könnte sich bei einem zu knappen Wahlausgang aber ganz schnell ändern.