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Erneuter Bombenanschlag im Libanon

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Erneuter Bombenanschlag im Libanon

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Trotz einer Waffenruhe im Nordlibanon kehrt im Land keine Ruhe ein: Eine Kofferbombe hat gestern abend die Stadt Aley in der Nähe von Beirut erschüttert. Mindestens fünf Menschen wurden dabei verletzt. In Aley leben vor allem Drusen. Diese Glaubensrichtung hat sich vor tausend Jahren vom Islam abgespalten. Auch in der Hauptstadt Beirut selbst waren in den letzten Tagen schon zwei Sprengsätze explodiert. Dazu bekannte sich zunächst die Islamistengruppe Fatah al-Islam, widerrief das dann aber wieder.

Gegen Fatah al-Islam kämpft die libanesische Armee seit Sonntag. Die Gruppe hat ihre Basis in einem Flüchtlingslager für Palästinenser, in der Nähe von Tripolis im Nordlibanon. Nach einem alten Abkommen hat die libanesische Armee hier keinen Zutritt, hat das Lager aber im Kampf gegen die Islamisten in den letzten Tagen heftig beschossen.

Anführer der Palästinenser distanzieren sich von Fatah al-Islam. Ein hoher Vertreter der eigentlichen Fatah-Bewegung sagt sogar, man werde das Lager von dieser skrupellosen Bande befreien. Die meisten von ihnen seien gar keine Palästinenser, sondern kämen aus anderen arabischen Ländern.

Bei den Kämpfen kamen schon etwa achtzig Menschen ums Leben. Viele der vierzigtausend Bewohner des Lagers nutzen die jetzige Feuerpause zur Flucht, zumeist in ein anderes Lager etwa zehn Kilometer entfernt. Die Armee schließt Verhandlungen mit den Islamisten aus und verlangt, dass sie aufgeben; sonst werde man sie wieder angreifen.