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Russland: Nach Grubenunglück Ermittlungen gegen Bergwerksbetreiber

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Russland: Nach Grubenunglück Ermittlungen gegen Bergwerksbetreiber

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Die Umstände der schweren Grubengas-Explosion in einem sibirischen Kohlebergwerk bleiben rätselhaft. Bei dem Unglück starben 38 Bergleute unter Tage. Laut einem Angestellten soll die Bergwerksleitung von der hohen Methangas-Konzentration gewusst haben. Der Wert im Schacht habe den Normalwert manchmal um das Zwanzigfache überschritten, erklärte der Mann. Der Gouverneur des betroffenen Gebietes Kemerowo sagte allerdings, alle Gaswerte seien normal gewesen.

Es ist nicht das erste Grubenunglück in der Region: Im März starben 110 Menschen bei einer Explosion in einer benachbarten Mine. Beide Bergwerke gehören der Bergbau-Holding Juschkusbasugol, die die Regierung nun überprüfen will. Der russische Ministerpräsident Michail Fradkow sagte, die Aufsichtsbehörde habe festgestellt, dass Juschkusbasugol einige Arbeitsvorschriften missachtet habe. “Das ist ein sehr ernstes Problem”, so Fradkow, “dieser Unfall beunruhigt uns alle und wir können ihn nicht einfach hinnehmen.”

Laut einem Ermittler könnte Juschkusbasugol sogar die Betreiberlizenz für die Minen verlieren. Ein Mitarbeiter des Bergwerks sagte, die Arbeit in dem betroffenen Teil der Grube hätte wegen des erhöhten Methangehalts unterbrochen werden sollen, dann aber sei überraschend die Anweisung gekommen, weiterhin Kohle zu fördern. Seit Jahresbeginn starben in Russland rund 150 Bergleute.