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Trügerische Ruhe im Libanon?

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Trügerische Ruhe im Libanon?

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Rund um das palästinensische Flüchtlingslager Nahr-al-Bahred herrscht gespannte Ruhe – während die libanesische Regierung offenbar immer entschlossener ist, einzugreifen. Noch hält der aus humanitären Gründen geschlossene Waffenstillstand, doch die Armee bezieht neue Stellungen, während sich die militanten Islamisten der Gruppe Fatah-al-Islam weiter im Lager verschanzen.

Gut die Hälfte der 40.000 Einwohner von Nahr-al-Bared ist im Schutze der Kampfpause geflohen. Erst ausserhalb des Lagers erhalten die Menschen wieder Zugang zu medizinischer Notversorgung.

Die Regierung in Beirut versichert unterdessen, dass sie nicht die Flüchtlinge im Visier hat. Gegen die radikalen Gruppen kündigt Regierungschef Fouad Siniora aber Entschlossenheit an: Das Land werde sich nicht dem Terrorismus ergeben. Die libanesische Regierung werde die bewaffneten Milizen an der Wurzel zu bekämpfen und einen endgültigen Schlussstrich unter den Terrorismus ziehen.

Kurz nach seiner Ernennung ist der neue französische Aussenminister Bernard Kouchner nach Beirut geflogen. Die zweitägigen Visite sei ein Zeichen, dass Frankreich seine historischen Verbindungen mit dem Libanon weiter ernst nimmt.