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Aus für kritischen Fernsehsender in Venezuela

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Aus für kritischen Fernsehsender in Venezuela

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Mehr als fünfzig Jahre lang hat Radio Caracas TV in Venezuela gesendet: Nun ist Schluss. Der Fernsehsender kritisiert seit langem Präsident Hugo Chávez, zum Schluss als einziger landesweiter Sender. Das scheint Chávez nicht so gefallen zu haben: Er hat die Sendelizenz nicht mehr verlängert – heute war der letzte Tag.

Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist das, sagt einer der Demonstranten. Ein Einzelner darf doch nicht etwas zumachen, weil man dort eine andere Meinung als die anderen hat.

Die Entscheidung ist willkürlich, und wir nehmen das nicht hin, sagt eine andere. Der Sender ist das
Erbe aller Venezolaner, und wir werden ihn retten, für alle Venezolaner.

Dafür demonstrieren auch an diesem Tag in der Hauptstadt Caracas wieder Zehntausende. Der Präsident ist aber unbeugsam: Er wirft dem Fernsehsender vor, den Putsch gegen ihn vor fünf Jahren unterstützt zu haben und seitdem weiter gegen seine Regierung zu arbeiten.

Und Kritik aus dem Ausland stört ihn schon gar nicht: Was hat denn das Europaparlament mit uns zu tun, fragt er; es soll sich doch um seine eigenen Sachen kümmern. Und der amerikanische Kongress? Kümmert Euch doch um Euren Kram, um die Probleme in den USA!

Für Radio Caracas TV geht nun am Montag eine staatliche Fernsehstation auf Sendung. Viel Geld braucht der neue, Chávez-freundliche Sender dafür nicht: Das Oberste Gericht hat entschieden, er darf die Sendetechnik von Radio Caracas TV gleich weiternutzen.