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Worum es in Darfur wirklich geht...

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Worum es in Darfur wirklich geht...

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Die UN-Blauhelme, die in sein Land zu lassen sich der sudanesische Präsident so hartnäckig weigert, sollen die grünen Barette der “Afrikanischen Union” ablösen.
Diese rund 7.000 Mann starke Truppe hat sich als zu schwach erwiesen, um die Bevölkerung wirksam schützen zu können.
Der Bürgerkrieg im Sudan schwelt seit gut zwei Jahrzehnten.
Zunächst wurden auch die Auseinandersetzungen in der Region Darfur einfach als ethnischer Konflikt zwischen der schwarzafrikanisch- und der arabisch-stämmiger Bevölkerung angesehen.
Blau auf der Karte sind die Siedlungsgebiete der seßßhaften afrikanischen Bauern gekennzeichnet -weiß jene Gebiete, die normadisierende arabische Viehzüchter für sich beanspruchen.

Seit 2003 ist Darfur Schauplatz einer blutigen Rebellion gegen die arabisch-dominierte Regierung.
Die Buchstaben SLA an den Mauern stehen für “Sudan Liberation Army” – Sudanesische Befreiungsarmee- eine der beiden schwarz-afrikanischen Rebellengruppen.
Die andere nennt sich “Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit.”

Ihre Feinde sind die “Dschandschawid” genannten arabischen Reitermilizen, die offensichtlich von der Regierung mit Waffen versorgt werden.

Hinter den scheinbar ethnischen Konfikten aber stehen die Reichtümer der Region.
In Darfur gibt es Erdöl.
Und daran sind chinesische Unternehmen interessiert.

Rot sind auf unserer Karte jene Gebiete markiert,
in denen chinesische Unternehmen an der Erschließung von Ölquellen beteiligt sind.
Damit erklärt sich auch, warum China Sanktionen gegen die sudanesische Regierung so hartnäckig ablehnt.

Der chinesische Sondergesandte für Darfur, Liu Guijin, spricht von “Entwicklungsproblemen”, zu deren Bewältigung die internationale Gemeinschaft ebenso wie anderwo in Afrika durch humanitäre Hilfe beitragen könne.

Die internationale Gemeinschaft hat aber schon viel zu lange zugesehen und sich auf “humanitäre Hilfe” beschränkt.
Während dessen sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 200.000 Menschen umgekommen und 2,5 Millionen vegitieren in Flüchtlingslagern dahin.