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EU-Kommission schlägt europäischen Organspenderausweis vor

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EU-Kommission schlägt europäischen Organspenderausweis vor

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Während eine Organspender-Fernsehshow in den Niederlanden für eine hitzige Debatte sorgt, hat die Europäische Kommission Vorschläge unterbreitet, um dem Mangel an Spenderorganen beizukommen. Nach Angaben der Kommission wurden im vergangenen Jahr zwar 26.000 Menschen mit einer Organspende gerettet, doch 56.000 hätten vergebens auf ein Spenderorgan gewartet. Die Kommission schlägt unter anderem einen europäischen Spenderausweis vor sowie einen Eintrag in der europäischen Kranken-Versicherungskarte. Doch die “große Spenderhow” eines niederländischen Senders schießt deutlich über das Ziel hinaus, erklärte Gesundheits-kommissar Markos Kyprianou in Brüssel: Er sei nicht erfreut über diese Sendung. Hier werde ein schwieriges Thema, bei dem es um Leben und Tod gehe, für kommerzielle Zwecke ausgenutzt. Denn – so Kyprianou weiter – dies sei keineswegs ein karitatives Programm.

In der Reality-Show sollen drei Nierenpatienten um die Organe einer todkranken Frau wetteifern: Sie entscheidet am Ende, wer den Zuschlag erhält. Die Show sei eine einmalige Sendung, keine Serie, erklärte der Chef des Fernsehsenders BNN, Laurens Drillich: Damit solle das Bewusstsein der Öffentlichkeit geschärft werden. Eine reine Informationssendung würde die übrigen Medien nicht interessieren, aber so stehe das Thema schon vor der Sendung im Mittepunkt.

Die Show soll am kommenden Freitag gesendet werden. Der zeitliche Zusammenhang mit den Vorschlägen der Europäischen Kommission ist offenbar zufällig: Diese Pläne sind aus einem Konsultationsverfahren hervorgegangen, das schon im vergangenen Jahr durchgeführt wurde.