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Russland testet neue Raketen

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Russland testet neue Raketen

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Russland hat eine neue Interkontinentalrakete: Sie wurde laut Verteidigungsministerium vom nordrussischen Übungsgelände Plessezk aus abgefeuert und schlug genau im Ziel ein, sechstausend Kilometer entfernt auf der Halbinsel Kamtschatka. Nach russischen Angaben können diese Raketen, genannt RS-24, jede Abwehr überwinden, auch den Schutzschild der USA mit seinen geplanten Einrichtungen in Polen und Tschechien.

Vize-Regierungschef Sergej Iwanow, vor kurzem noch selbst Verteidigungsminister, sagt, damit könnten sich die Russen sicher fühlen. Er kritisiert aber auch den Stand der Rüstungskontrolle in Europa. Verträge wie das KSE-Abkommen über konventionelle Waffen oder das Verbot von Kurz- und Mittelstreckenraketen würden nicht mehr angewandt. Das mache Russland ernsthafte Sorgen.

Mehrere Nachbarstaaten hätten aber inzwischen solche Raketen. Damit sei der sowjetisch-amerikanische INF-Vertrag von 1987 nicht mehr wirksam. Die russische Antwort auf solche Raketen besichtigte Iwanow, zusammen mit der Rüstungskommission der Regierung, auf dem Übungsgelände Kapustin Jar.

Dort wurde eine neue Kurzstreckenrakete namens Iskander-M getestet. Sie ist nach russischen Angaben sehr schwer zu orten und trifft besonders genau, mit einer Abweichung von höchstens zwei Metern. Ihr bevorzugtes Ziel: gegnerische Abwehrsysteme.