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Mordfall Litwinenko: Andrej Lugowoi feuert zurück

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Mordfall Litwinenko: Andrej Lugowoi feuert zurück

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In der Giftmordaffäre Litwinenko hat der von der britischen Justiz als Mörder beschuldigte Russe Andrej Lugowoi seinerseits schwere Vorwürfe gegen Großbritannien erhoben: Der britische Auslandsgeheimdienst sei schuld. Lugowoi wörtlich: “Die Hauptrolle in dieser dunklen Geschichte spielen die britischen Geheimdienste mit ihren Agenten Beresowski und dem gestorbenen Litwinenko.” Boris Beresowski ist ein russischer Oligarch, der im Londoner Exil lebt und als Erzfeind von Präsident Wladimir Putin gilt.

Weiter erklärte der nunmehr als Geschäftsmann auftretende Lugowoi: “Sie wollten mich für den britischen Geheimdienst anwerben.” Und zwar, um belastendes Material über Präsident Putin und seine Familie zu sammeln. Das habe er aber abgelehnt, weil er nicht sein russisches Vaterland verraten wollte. Zu seiner Rolle in der Affaire sagte Lugowoi: “Wir haben viel Zeit verloren, und die Britten erlaubt, ihre Meute loszulassen und mich zum Sündenbock zu machen.”

Andrej Lugowoi und Dmitri Kowtum, die Litwinenko beide aus gemeinsamen KGB-Zeiten kannten, hatten sich am 1. November 2006 mit Litwinenko im Londoner “Millenium-Hotel” getroffen. Dort soll nach Erkenntnissen der britischen Ermittler das radioaktive Gift Polonium 210 in Litwinenkos Tee gelangt sein. 22 Tage später war Litwinenko gestorben. Noch auf dem Todenbett hatte er Präsident Putin beschuldigt, hinter dem Anschlag zu stecken. Sowohl bei Lugowoi als auch bei Kowtun waren Poloniumspuren entdeckt worden.