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UNO-Tribunal soll Hariri-Mord untersuchen


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UNO-Tribunal soll Hariri-Mord untersuchen

Selten hatten die Libanesen in letzter Zeit einmal so sehr Grund zur Freude. Der Auslöser ist eine Nachricht aus dem fernen New York: Dort hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschlossen, dass der Mord an Rafik Hariri untersucht werden soll. Der populäre Hariri war mehrere Male libanesischer Regierungschef – so auch vor gut zwei Jahren, als er bei einem Anschlag getötet wurde. Eine Untersuchung im Libanon selbst hat es nie gegeben, wegen politischer Streitigkeiten. Auf Bitte der Regierung hat deshalb nun die UNO ein Sondergericht eingesetzt.

Mehr als achthundert Tage ist der Mord nun immerhin schon her: Für Hariris Sohn ist die Erleichterung deshalb groß. Er wolle Gerechtigkeit, aber nicht aus Rache, sagt er. Er wolle sie wegen der Bestrafung und wegen der Wahrheit. Die Wahrheit solle im Bewusstsein aller Libanesen verankert werden.

Auch der jetzige Regierungschef Fuad Siniora begrüßt die Entscheidung von New York, tritt aber auch für den Ausgleich ein: Keine Seite sollte das als Sieg über die andere Seite ansehen, sagt er. Es sei ein Sieg für den Libanon und für alle Libanesen. Das sehen an diesem Abend auch viele andere so; die Gegner haben sich aber noch nicht zu Wort gemeldet.

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