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Bush kommt wegen Raketenabwehr nach Tschechien

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Bush kommt wegen Raketenabwehr nach Tschechien

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Wenn George Bush diese Woche schon nach Heiligendamm kommt, kann er ja gleich noch ein paar Besuche in der Nähe machen: Mehrere europäische Staaten stehen vorher und nachher auf seinem Programm. Heute kommt er zunächst nach Tschechien – dabei geht es natürlich vor allem um die Raketenabwehr, die der amerikanische Präsident hier und in Polen haben möchte.

Er sei dafür, sagt ein Prager. Amerika sei ein enger Verbündeter, und seine Versprechen und Abmachungen müsse man einhalten. Ein anderer spricht vorsichtiger von Für und Wider: Er mache sich Sorgen wegen der russischen Reaktion. Es könnte unnötige Spannungen geben und neue Waffen, um wieder ein Gleichgewicht zu erreichen.

Da, wo die Radaranlage für die Raketenabwehr hinkommen soll, am ehemaligen Truppenübungsplatz Brdy, ist die Meinung eindeutiger. Drei Orte haben hier am Wochenende abgestimmt: Überall lag die Ablehnung knapp an hundert Prozent.

Auch andere Orte haben hier schon ähnlich abgestimmt, aber natürlich ist das für das Parlament in Prag nicht bindend. Die Einwände in den Dörfern sind vielfältig: Eine Frau sagt zum Beispiel, die Kinder könnten dann nicht mehr so gut draußen spielen.

Ob solche Einwände die Abgeordneten beeinflussen,
ist fraglich. Die Regierung zumindest ist für die Raketenabwehr: Im Parlament herrscht aber praktisch ein Patt zwischen ihr und der Opposition. Voraussichtlich Anfang nächsten Jahres werden die Abgeordneten in Prag entscheiden.

Eine landesweite Volksabstimmung hat die Regierung ausgeschlossen. Die letzte Umfrage zeigt mit 61 zu 30 Prozent doppelt so viele Tschechen gegen die Raketenabwehr wie dafür.