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Hintergrund: Charles Taylor und die Diamantenkriege in Liberia und Sierra Leone

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Hintergrund: Charles Taylor und die Diamantenkriege in Liberia und Sierra Leone

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Im März 2006 versuchte Charlos Taylor von Nigeria nach Kamerun zu gelangen, wurde dabei allerdings verhaftet. In Westafrika jedoch wollte man den Ex-Diktator nicht vor Gericht stellen, aus Angst vor neuen politischen Unruhen. Zu frisch die Erinnerungen an die Gräueltaten während des liberianischen Bürgerkrieges, ausgelöst von den Milizen Taylors an Weihnachten 1989.

Der 59-jährige, der 1997 die Präsidentenwahl in Liberia gewann, wurde schließlich nach Den Haag überstellt. Verhandelt werden dort die Grausamkeiten, die während des Krieges im Nachbarland Sierra Leone stattfanden, oftmals begangen von unter Drogen stehenden Kindersoldaten.

Dorthin schwappte der Konflikt um die Kontrolle über Minen und Diamanten über, den Kriegen in beiden Ländern fielen geschätzte 300.000 Menschen zum Opfer. Der Präsident der Kriegsopfervereinigung in Sierra Leone äußerte zum Prozessauftakt die Hoffnung, dass Taylor zur Rechenschaft gezogen werde.

Sein Schicksal erzählt die menschenverachtenden Praktiken während der Auseinandersetzungen. Ihm erging es wie vielen in Sierra Leone bei der Ankunft der Rebellen in ihren Dörfern und Städten. Vor der Präsidentschaftswahl Mitte der 90er Jahre schnitten diese Anhängern demokratischer Kräfte die Hände ab.