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Liberianischer Ex-Präsident Taylor vor Gericht

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Liberianischer Ex-Präsident Taylor vor Gericht

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In Den Haag in den Niederlanden beginnt heute vor einem internationalen Sondergericht das Verfahren gegen den früheren Präsidenten von Liberia, Charles Taylor. Der Diktator muss sich für die Grausamkeiten von Rebellen im Nachbarstaat Sierra Leone verantworten, die er massiv unterstützt haben soll. Das Gericht, das normalerweise in Sierra Leones Hauptstadt Freetown verhandelt, hat den Prozess aus Sicherheitsgründen nach Den Haag verlegt. Hintergrund des Verfahrens ist der brutale Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land in der Zeit von November 1996 bis Januar 2002.

Staatsanwalt Stephen Rapp sagte, man sei darauf vorbereitet, das Beweismaterial so kompakt wie möglich vorzulegen und nur die wirklich wichtigen Zeugen werden über die Verbindungen zwischen Taylor und den Vorfällen aussagen. Man hoffe, das Verfahren in 18 Monaten zu Ende zu bringen.

Taylor galt damals als einflussreichste Figur in dem Bürgerkrieg, in dem nach Schätzungen mindestens 20.000 Menschen ums Leben kamen. Er war in seinem eigenen Land Liberia im August 1996 nach einem achtjährigen Bürgerkrieg zum Präsidenten gewählt worden. Nach einer sechsjährigen Schreckensherrschaft zog er sich angesichts einer gegen ihn gerichteten blutigen Rebellion und auf internationalen Druck nach Nigeria zurück.