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Prozess um Unterschlagung bei bankrotter Fluglinie Air Liberté begonnen

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Prozess um Unterschlagung bei bankrotter Fluglinie Air Liberté begonnen

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Mehr als vier Jahre nach der Insolvenz der französischen Fluggesellschaft Air Liberté haben sich die Akteure vor der Justiz wiedergesehen. Seit diesem Montag müssen sie sich vor einem Pariser Gericht verantworten. Ex-Vorstandschef Jean-Charles Corbet und den Mitangeklagten wird Unterschlagung vorgeworfen.

Da die in Schwierigkeiten steckende Air Liberté ein staatliches Darlehen erhalten hatte, untersuchte 2003 ein Parlamentsausschuss die Hintergründe des Bankrotts. Damals kam der Verdacht auf, Corbet habe sich massiv bereichert. Der Öffentlichkeit blieb der arrogante Auftritt Corbets vor dem Ausschuss im Gedächtnis.

Air Liberté hatte vor ihrem Bankrott mehr als 30 Millionen Euro öffentlicher Gelder erhalten, um wieder auf Kurs zu kommen. Am Ende jedoch brach das Unternehmen unter der Last von 100 Millionen Euro Schulden zusammen. Rund 3200 Beschäftigte verloren damals ihren Arbeitsplatz.

Die Angeklagten, darunter auch der Anwalt der Fluggesellschaft, sollen Firmengeld mittels eines dubiosen Sanierungskonzepts an die Seite geschafft haben. Im Zuge der Ermittlungen war auch ein früherer Verkehrsminister als Zeuge vernommen worden.