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Tschechien bereitet sich auf Bush-Besuch vor - Diskussion um US-Radarsystem wird heftiger

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Tschechien bereitet sich auf Bush-Besuch vor - Diskussion um US-Radarsystem wird heftiger

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Vor dem Prag-Besuch von US-Präsident George W. Bush erreicht die Diskussion um die geplante Stationierung einer US-Radaranlage als Teil eines Raketenabwehrsystems ihren vorläufigen Höhepunkt. Schon in den vergangenen Wochen demonstrierten immer wieder Tausende Tschechen gegen die Pläne Washingtons. Bush wird am Montag abend in der tschechischen Hauptstadt erwartet. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor. Rund 1500 tschechische Sicherheitskräfte sowie Dutzende amerikanische Geheimdienstmitarbeiter und Anti-Terror-Einheiten sind im Einsatz, um die Sicherheit des US-Präsidenten zu gewährleisten.

Der tschechische Ministerpräsident Mirek Topolanek verteidigte das geplante US-Radar. Tschechien müsse seinen Beitrag zur euro-atlantischen Sicherheit leisten, sagte er. Die Angelegenheit brauche aber viel Zeit und müsse den Menschen genau erklärt werden. Die Bevölkerung bleibt jedoch skeptisch. Laut Umfragen lehnen zwei Drittel der Tschechen das Raketenabwehrsystem ab “Das wird nichts Gutes bringen”, meint eine alte Frau. “Mich betrifft es ja kaum mehr, aber meine Kinder wohnen auch hier.” Am Samstag hatten drei weitere Gemeinden den US-Plänen in kommunalen Referenden eine Absage erteilt. Das Parlament in Prag wird voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres eine Entscheidung treffen.