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EU will ihr Satellitennavigationssystem Galileo nun mit Steuergeldern retten

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EU will ihr Satellitennavigationssystem Galileo nun mit Steuergeldern retten

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Doch über die genauen Finanzierungsmodalitäten soll erst im Herbst verhandelt werden – noch ist ein Scheitern nicht ausgeschlossen. Galileo hatte schon vor dem Aus gestanden, nachdem das private Betreiber-Konsortium wegen unkalkulierbarer Risiken einen Rückzieher gemacht hatte.

Die EU-Verkehrsminister beschlossen nun in Luxemburg die Finanzierung mit öffentlichen Geldern. Der deutsche Ratsvorsitzende Wolfgang Tiefensee betonte, Europa brauche die Erfahrung in dieser Technologie und die Arbeitsplätze.
Verkehrskommissar Jacques Barrot, von dem der Vorschlag der öffentlichen Finanzierung stammte, empörte sich: “Ich kann nicht glauben, dass die Europäer und ihre Regierungen keine Lösung finden in dem Moment, in dem wir diesem Projekt die absolute Priorität eingeräumt haben.”

Galileo ist Europas Konkurrenz zum amerikanischen GPS. In fünf Jahren soll es einsatzfähig sein und Autofahrern, Landwirten und Rettungsdiensten eine genaue Ortung ermöglichen. Seine Rentabilität ist nicht sicher. Umfragen zufolge nutzen nur zwanzig Prozent der Europäer ein solches System, fünfzehn Prozent wollen es anschaffen. Zur Finanzierung dürften die Steuerzahler nun mit weiteren über zwei Milliarden Euro zur Kasse gebeten werden.