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Prozess in Mailand wegen CIA-Entführung

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Prozess in Mailand wegen CIA-Entführung

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Erstmals in Europa hat in Mailand ein Prozess wegen einer mutmaßlichen CIA-Entführung begonnen. Dabei geht es um die Verschleppung eines Terrorverdächtigen aus Italien. Gegen 25 CIA-Agenten und einen weiteren Amerikaner wird in Abwesenheit verhandelt. Der ehemalige Chef des italienischen Militärgeheimdienstes Sismi, Nicolo Pollari, und sein Stellvertreter müssen sich vor Gericht verantworten. Doch Washington weigert sich, die angeklagten Agenten vor Gericht erscheinen zu lassen.

Auch für die Sicherheit des italienischen Staates sei die öffentliche Erörterung dieser Angelegenheit ein Problem, sagte Pollaris Verteidiger, Titta Madia. Immerhin gehe es um die Beziehungen zwischen italienischen und amerikanischen Geheimdiensten und um den internationalen Terrorismus.

Der aus Ägypten stammende islamische Geistliche Abu Omar war laut Staatsanwaltschaft Anfang 2003 von CIA-Agenten in Mailand auf offener Straße gekidnappt und nach Ägypten gebracht worden. Dort wurde er nach eigenen Aussagen schwer gefoltert. Abu Omar war seinerzeit Imam in einer Mailänder Moschee. Die italienische Justiz hielt ihm damals vor, er habe Attentäter für den Irak angeworben. Für US-Präsident Bush waren die Verschleppungen legitime Maßnahmen im Krieg gegen den Terror.