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Belgisccher Ministerpräsident gesteht Niederlage ein

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Belgisccher Ministerpräsident gesteht Niederlage ein

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Der belgische Ministerpräsident Guy Verhofstadt hat die Niederlage seiner liberalen Partei VLD eingestanden. Das Ergebnis sei deutlich: Die Wähler hätten für eine andere Mehrheit gestimmt als die, die das Land in den vergangenen acht Jahren gelenkt habe.

Verhofstadt war seit 1999 belgischer Regierungschef. Seine Liberalen kamen in Flandern nur noch auf 18,5 Prozent – ein Verlust von fast 7 Punkten. Nun sind sie dort nur noch drittstärkste Kraft – überholt von dem dem offen ausländerfeindlichen Vlaams Belang, der auf fast 19 Prozent kommt. Doch diese Partei wird von allen anderen gemieden, sie kommt für keine Koalition in Frage.

Die frankophone Schwesterpartei der VLD konnte dem Druck auf die Regierungsparteien standhalten. Die von Finanzminister Didier Reynders geführte liberale Reformbewegung legte sogar etwas zu. Das politische Gravitationsfeld Walloniens habe weg von den Sozialisten und hin zu den Liberalen verschoben, sagte Reynders – und erhob den Anspruch, an einer künftigen Regierung beteiligt zu werden. Dazu müsste er das Bündnis mit Sozialisten und Grünen aus dem Jahr 1999
wiederbeleben statt mit dem siegreichen Leterme zu paktieren.

Die Sozialisten erlitten in Wallonien unter ihrem Spitzenkandidaten Elio di Rupo schwere Verluste. Einige Skandale machten ihnen zu schaffen, vor allem eine Affäre um Vetternwirtschaft in der Industriestadt Charleroi. Auch die flämische Schwesterpartei war zu den wallonischen Sozialisten auf Distanz gegangen. Beachtliche Zuwächse konnten die Grünen im französischsprachigen Landesteil verbuchen; sie kamen hier auf etwa zehn Prozent. Auch die flämischen Grünen erzielten ein gutes Ergebnis.

Insgesamt waren 7,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, die 150 Sitze in der Abgeordnetenkammer sowie 40 Direktmandate im Senat neu zu besetzen. In Belgien besteht Wahlpflicht.