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Bürgerkrieg der Palästinenser

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Bürgerkrieg der Palästinenser

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So sah der letzte Versuch aus, die feindlichen Brüder zu versöhnen. Der saudische König rief Fatah und Hamas im Februar nach Mekka, und trotzte ihnen dort eine Art “Kooperationsabkommen” ab. Damit stärkte König Abdullah von Saudi Arabien seine Position in der arabischen Welt. Und da er gleichzeitig zu einem der wichtigsten Geldgeber der Hamas-Regierung avancierte, fuhren auch die Hamas-Führer gestärkt heim.

Wie in Mekka vorbereitet, traten Fatah-Vertreter in die Hamas-Regierung ein. Das nannte sich dann “Regierung der nationalen Einheit” – denn trotz des überwältigenden Wahlsieges Ende 2005 war die Hamas nicht zum Regieren gekommen – auch weil ihr nach der EU-Blockade das Geld dazu fehlte.

Die angekündigte “Ära der nationalen Versöhnung” sollte aber keine zwei Monate dauern.
Schon im Mai trat der von der Fatah gestellte Innenminister zurück, weil es ihm nicht gelang, die Bruderkämpfe zu stoppen.

Vier Tage später wurde sogar der Fahrzeug-Konvoi von Präsidenten Abbas, in Gaza-Stadt angegriffen. Als Mitbegründer und heute höchster Vertreter der Fatah gilt er fanatisierten Hamas-Leuten als Hauptfeind.

50 Tote mussten in Gaza allein zwischen deem 11. und dem 19. Mai von den Straßen aufgesammelt werden!

An der heutigen Situation lässt sich nichts mehr verharmlosen. So formulierte denn auch der Justizminister Ali a-Sartawi von der Hamas gegenüber dem schwedischen Fernsehen:
“ Ich kann es nicht anders nennen als den Beginn eines Bürgerkrieges, es ist eigentlich schon der volle Bürgerkrieg. Die Anarchie, die in Gaza herrscht, ist hoch-gefährlich, gefährlicher noch als die israelische Okkupation”.

630 Palästinenser sind innerhalb eines Jahres bei den Bruderkämpfen in Gaza ums Leben gekommen.
Die machen heute nicht einmal mehr vor Krankenhäusern halt. “Hier im Krankenhaus wurde mein Bruder erschossen”, erklärt diese Frau einem ausländischen Reporter.

Dramatische Szenen spielen sich vor der Klinik ab, wo Angehörige die Leichen ihrer Lieben zur Bestattung abholen, ihrer Lieben, die sie unter ärztlicher Obhut in Sicherheit wähnten.
Hochkonjunktour haben derzeit jene Taxiunternehmer, die sich noch auf die umkämpften Straßen trauen. Ihre Wagen werden zu Fluchtfahrzeugen für ganze Familien, die nicht anderes wollen, als weg von diesem Albtraum….