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Palästinensergewalt jetzt auch im Westjordanland

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Palästinensergewalt jetzt auch im Westjordanland

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Die Gewalt unter den Palästinensern greift jetzt auch auf das Westjordanland über; neben dem Gazastreifen das zweite und bisher noch vergleichsweise ruhige Palästinensergebiet.

Das Westjordanland ist die Hochburg der Fatah-Bewegung, die sich seit Tagen besonders schwere Kämpfe mit der rivalisierenden Hamas-Partei liefert.
Wie hier in der Stadt Nablus verhaften Fatah-Kämpfer Männer, die für sie zur Hamas gehören. Woanders gibt es Schießereien. Drei Hamas-Mitglieder werden verletzt, als sie aus einer Moschee kommen.

Dagegen ist im Gazastreifen die Hamas auf dem Vormarsch: Den Sicherheitstruppen der Fatah hat sie hier ein Ultimatum zur Aufgabe gestellt, wichtige Stützpunkte erobert oder zerstört. Vierzig Fatah-Kämpfer haben sich inzwischen über die Grenze nach Ägypten gerettet.

Die Politiker an der Spitze führen nicht mehr, sie sehen machtlos zu; die so genannte Regierung der Einheit ist zerbrochen. Verrückt sei das alles hier, sagt Palästinenserpräsident Machmud Abbas von der Fatah-Partei. Er gebe aber keiner Seite die Schuld: Schuld seien alle, die die Waffen erheben.

Genauso kann aber auch Opfer werden, wer gar keine Waffe anfasst. Im Gazastreifen wird eine Kundgebung beschossen, bei der rund tausend Menschen ein Ende des Blutvergießens verlangen. Ein sechzehnjähriger Junge wird getötet. Insgesamt
sterben allein an diesem Tag wieder mehr als zwanzig Menschen.

Unter den Opfern sind auch zwei palästinensische Mitarbeiter einer UNO-Agentur. Die Behörde, die den Palästinensern helfen soll, stellt ihre Arbeit jetzt weitgehend ein.