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Russisches Militärgericht verurteilt Offiziere wegen Kriegsverbrechen in Teschetschenien

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Russisches Militärgericht verurteilt Offiziere wegen Kriegsverbrechen in Teschetschenien

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In Rostow am Don hat ein Truppendienstgericht am Donnerstag vier russische Offiziere wegen Kriegsverbrechen in Tschetschenien zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Bei dem Prozeß war lediglich ein Major anwesend, der Hauptangeklagte und zwei
Mitangeklagte sind auf der Flucht und zur Fahndung ausgeschrieben.

Das Oberste Militärgericht Südrußlands befand die Angehörigen einer Sondereinheit für schuldig, sechs Zivilisten, darunter eine Frau und einen Teenager, ermordet zu haben. Die Soldaten hatten an einem Straßenkontrollpunkt in Tschetschenien auf einen Wagen geschossen und anschließend die Überlebenden getötet.

Zweimal waren die Angeklagten von untergeordneten Instanzen wegen Befehlsnotstandes freigesprochen worden. Als Verteidigung hatten sie vorgebracht, über Funk den Befehl zur Tötung der Überlebenden erhalten zu
haben.

Die Angehörigen der Opfer sind mit dem jetzigen Schuldspruch zufrieden: “Wir sind mit dem Urteil einverstanden, auch wenn es uns milde erscheint, aber das Strafmaß liegt in der Prärogative des Gerichts”, sagte Koka Tuborowa.