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Verschärftes Gesetz in China für Adoptionen ins Ausland


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Verschärftes Gesetz in China für Adoptionen ins Ausland

Wir sind in China. Aber die Elternpaare, die hier einen feierlichen Eid leisten, haben alle amerikanische Pässe.
Im amerikanischen Konsulat in der chinesischen Stadt Guangdong schwören sie, gute Eltern zu sein.
Erst danach bekommen sie das Papier, das sie ihren Träumen näher bringt: Ein Visum, mit sie ihr chinesisches Adoptivkind mit in die USA nehmen dürfen. Seit dem 1. Mai gilt dieses verschärfte Gesetz über Adoptionen ins Ausland.

Jane Backhus, eine glückliche Adoptivmutter äußert Verständnis. Sie sagt: “ Sie sind Chinas Kinder und China hat das Recht, seine Politik nach eigenem Gutdünken zu gestalten. Ich weiss, sie müssen den Ansturm bremsen. Uns betrifft das nicht mehr. Außerdem hätten wir ohnehin die neuen Adoptionskriterien erfüllt.”

Von den 13.000 chinesischen Kindern, die 2006 adoptiert wurden, kamen 8.000 in die USA und 2.700 nach Spanien. Aus diesen beiden Ländern stammen die meisten Anträge.

Das neue Gesetz schließt folgende Personengruppen aus:
Homosexuelle, nicht verheiratete, Kranke, Dicke und alle, die älter sind als 50.

Die Bewerber müssen nachweisen, dass jede Person im Haushalt pro Jahr über mindestens 10.000 Dollar verfügen kann – also das Paar, das ein Kind adoptieren will, muss mindestens 30.000 Dollar verdienen.

Die Ein-Kind-Politik und die Vorliebe der Chinesen für Jungen haben dazu geführt, dass viele kleine Mädchen in Waisenhäuser abgeschoben werden.
Jeffrey Reed und seine Frau wollen ein Mädchen adoptieren. Aber was er gesehen hat, macht ihn nachdenklich. Er meint, jede Regierung wolle den Anschein erwecken, dass sie ihre Kinder schütze und China tue genau das. Den Eindruck erwecken…
Denn obwohl soviele Kinder in Waisenhäusern leben müssen, würden die Wartelisten für adoptionswillige Paare immer länger…..
….und auch die Listen mit hochnotpeinlichen Fragen: Wer nur einmal in seinem Leben Antidpressiva und angstlösen Mittel genommen hat, darf kein Kind adoptieren.

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