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Gazastreifen in Hand der Hamas


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Gazastreifen in Hand der Hamas

Die Hamas hat die Kontrolle über den gesamten Gazastreifen erlangt. In der Nacht eroberten Kämpfer der radikalislamischen Organisation die letzte Rückzugsmöglichkeit der Fatah- den Amtssitz des Präsidenten. Die Anhänger der Fatah ergaben sich zuletzt kampflos. Bisher wurden bei den Gefechten binnen einer Woche mindestens 85 Menschen getötet.

Während mit Rafah im Gazastreifen die letzte Hochburg der Fatah gefallen ist, toben in Nablus und Jenin heftige Kämpfe. Angesichts der Gewalt und der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen löste Präsident Machmud Abbas die Einheitsregierung der Palästinenser auf und rief den Notstand aus. Er entließ Ministerpräsident Ismail Hanija aus dem Amt.

Dieser erklärte, er werde ungeachtet der Worte von Abbas weiter arbeiten, plane jedoch nicht, im Gazastreifen einen separaten Staat ohne das Westjordanland auszurufen. Ein Sprecher nannte den Schritt von Abbas illegal und sagte, dies sei der Beginn einer islamischen Herrschaft im Gazastreifen.

US- Außenministerin Condoleezza Rice stellte sich in Washington hinter Abbas: “Präsident Abbas hat seine gesetzmäßige Macht als Präsident der Palästinenserbehörde und als Führer der Palästinenser ausgeübt. Ich möchte alle daran erinnern, dass er 2005 mit großer Mehrheit gewählt wurde, wir unterstützen ihn.”

Sowohl Abbas als auch Israels Ministerpräsident Ehud Olmert sprachen sich gegenüber der UNO für Friedenstruppen im Gazastreifen aus. Das lehnte die Hamas strikt ab. Man werde mit solchen Truppen verfahren als seien es Besatzungstruppen.

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