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Hanija plant keinen Staat "Gaza" - Vorsichtiger Alltag in Gaza-Stadt

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Hanija plant keinen Staat "Gaza" - Vorsichtiger Alltag in Gaza-Stadt

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Im Gazastreifen hat sich die Lage etwas beruhigt. Gleichzeitig driften die beiden Palästinensergebiete immer weiter auseinander. Israel erlaubte heute 50 Mitgliedern der Fatah die Ausreise aus dem abgeriegelten Gazastreifen. Weitere Palästinenser wurden am Grenzübergang Eres jedoch mit Waffengewalt daran gehindert.

Bewaffnete Milizen kämpften gegen Plünderer wie das Verkehrschaos. Denn die Palästinenserpolizei weigerte sich, mit der radikalislamischen Hamas zusammenzuarbeiten.

Ismail Hanija, der seine Entlassung als Regierungschef durch Präsident Mahmud Abbas weiter ignoriert, bekräftige, dass er keinen eigenen Palästinenserstaat in Gaza plant. Stattdessen bemüht er sich um Normalität. Heute berief er einen neuen Sicherheitschef. Und schickte die Beamten der Ministerien wieder zur Arbeit.

Die Menschen, die sich heute wieder auf die Straße wagten, sind gespalten. Dieser Mann begrüßt die Machtergreifung der Hamas im Gazastreifen. Den Palästinensern gehe es besser als zuvor. Er widerspricht. Die Spaltung sei nicht im Interesse der Palästinenser. Am Ende seien beide Seiten Verlierer.

Autofahrer horteten kanisterweise Benzin. Aber auch Lebensmittel werden knapp – und teuer. Die Hilfsorganisationen wollen ihre Arbeit wieder verstärken. Denn bereits vor Beginn der Kämpfe waren im Gazastreifen mehr als drei Viertel der Palästinenser von humanitärer Hilfe abhängig.