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Lage im Westjordanland weiter angespannt - Übergangsregierung soll heute vereidigt werden

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Lage im Westjordanland weiter angespannt - Übergangsregierung soll heute vereidigt werden

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Im Westjordanland ist es zu Razzien gegen Abgeordnete der radikalismalischen Hamas gekommen. Kämpfer der Al-Aksa-Brigaden der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas durchsuchten das Parlamentsgebäude in Ramallah. Sie zerstörten Büros und hissten auf dem Dach des Gebäudes die Flagge der Fatah. Auf den Straßen demonstrierten hunderte Menschen gegen die gewaltsame Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen.

Auch in Nablus im Westjordanland kam es zu Razzien. Die Fatah hat die Hamas-Kämpfer dazu aufgerufen, die Waffen abzugeben und ihnen Straffreiheit in Aussicht gestellt. Zuvor hatte bereits die Hamas im Gazastreifen Fatah-Mitgliedern und Polizisten eine Amnestie angeboten.

Die für heute Vormittag geplante Amtseinführung der Übergangsregierung zieht sich unterdessen hin. Palästinenserpräsident Abbas hatte am Donnerstag das Bündnis mit der Hamas aufgelöst. Neuer Ministerpräsident soll der parteilose ehemalige Finanzminister Salam Fajad werden.

Die palästinensischen Gebiete sind gespalten. Während die Fatah im Westjoranland regiert, kontrolliert die Hamas den Gaza-Streifen. Der palästinensische Chefunterhändler, Saeb Erekat rief in Ramallah dazu auf, die Spaltung nicht zu vertiefen. Die Probleme im Gazastreifen seien groß, anderthalb Millionen Palästinenser bräuchten dringend Elektrizität, Wasser, Medikamente und Lebensmittel. Israel solle den Gazastreifen jetzt nicht blockieren, die Menschen dort hätten genug gelitten.