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Empörung über Priebkes Job in Anwaltskanzlei

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Empörung über Priebkes Job in Anwaltskanzlei

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Mit “Mörder, Mörder”-Rufen haben rund 100 Demonstranten den NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke am Montag vor der Kanzlei seines Anwaltes in Rom empfangen. Ein Militärgericht hatte dem 93-jährigen erlaubt, den Hausarrest zu verlassen und im Büro seines Anwaltes zu arbeiten.

“Solange wir atmen können, werden wir hier demonstrieren”, sagt Roberto Limentani von der jüdischen Gemeinde in Rom, die den Protest organisiert hat.

Pirebkes Anwalt, Paolo Giachini verteidigt die Entscheidung des Gerichtes und verweist darauf, daß sein Mandant keinerlei Sonderbehandlung erfährt.

“Das italienische Recht sieht das nach Verbüßung eines Teils der Strafe vor. Denn es geht nicht nur um Bestrafung, sondern auch um Unmerziehung”, sagt Giachini.

Im Jahre 1998 hatte ein Militärgericht den ehemaligen SS-Hauptsturmführer wegen Mordes zu einer lebenslange Haftstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, daß Priebke 1944 an der Erschießung von 335 italienischen Zivilisten beteiligt gewesen zu sein. Viele Opfer waren Juden.

Aus Gesundheitsgründen wurde die Haftstrafe in Hausarrest umgewandelt. Nach Angaben seines Anwalts wird Priebke Übersetzungen und die Katalogisierung von juristischen Dokumenten übernehmen.

Priebke lebte jahrzehntelang unerkannt als Wurstwarenhändler in Argentinien. Erst 1994 spürte ihn ein amerikanisches Fernsehteam auf.