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Neue Verhandlungen über Zukunft der Westsahara

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Neue Verhandlungen über Zukunft der Westsahara

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Im jahrzehntelangen Konflikt stehen sich Marokko und die Rebellengruppe Polisario gegenüber. Die rief dort bereits die “Demokratische Arabische Republik Sahara” aus, nachdem sich die ehemalige Kolonialmacht Spanien aus der Westsahara zurückgezogen hatte. Unterstützt wird Polisario von Algerien.

Nach dem Abzug Spaniens entschied der Internationale Gerichtshof, dass weder Marokko noch Mauretanien Ansprüche auf das Gebiet haben.

Das sieht Rabat anders. Um Ansprüche geltend zu machen, zogen 1975 beim so genannten Grünen Marsch etwa 350.000 Marokkaner in die ehemalige Kolonie ein.

Als Spanien das Land verließ, hatte es Marokko den Norden und die Mitte überlassen, der Süden der Westsahara hingegen ging an Mauretanien. Während sich Mauretanien später zurückzog, breitete sich Marokko weiter aus.

Der bewaffnete Konflikt mit der Polisario eskalierte. Erst 1991 unterschrieben beide Seiten ein Waffenstillstandsabkommen unter Aufsicht der Vereinten Nationen. Um den Status der Westsahara endgültig zu klären, planen diese ein Referendum. Die Entscheidung darüber wird jedoch immer wieder verschoben.

Rabat hingegen streubt sich gegen eine solche Befragung. Denn die Westsahara ist reich an Phosphaten und Marokko einer ihrer wichtigsten Exporteure. Mit den dortigen Fischvorräten könnte das ganze marokkanische Königreich versorgt werden.

Eine Lösung des Konflikts scheint in weite Ferne gerückt. Die Verhandlungsrunden in Marrakech, New York, London, Lissabon und Houston endeten mit Niederlagen.

Diesmal sitzen alle Betroffenen an einem Tisch: Marokko, die Rebellengruppe Polisario, aber auch Algerien und Mauretanien, um über die Zukunft der Westsahara zu beraten, des einzigen Gebietes auf dem afrikanischen Kontinent, dessen postkolonialer Status noch ungeklärt ist.