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Prinz-von-Asturien-Preis für zwei Genforscher

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Prinz-von-Asturien-Preis für zwei Genforscher

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Zwei Genforscher bekommen in diesem Jahr den Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Wissenschaftliche und technische Forschung: Der Brite Peter Lawrence und der Spanier Gines Morata. Lawrence lehrt im britischen Cambridge, Morata in Madrid. Prinz-von-Asturien-Preise werden seit 1981 jedes Jahr in acht Sparten verliehen: Kunst, Literatur, Sozialwissenschaften, Kommunikation und Geisteswissenschaften, Eintracht, internationale Zusammenarbeit, wissenschaftliche und technische Forschung und Sport.

Preisträger können Individuen, Institutionen oder Gruppen aus der ganzen Welt sein, “die einen wesentlichen Beitrag zum Fortschritt der Menschheit” geleistet haben, wie es in der Satzung der Stiftung heißt. Dotiert ist der Preis mit 50 000 Euro und einer Skulptur des katalanischen Künstlers Joan Miró.

Verliehen werden die Preise alle zusammen im Herbst im nordspanischen Oviedo und zwar vom Prinz von Asturien persönlich – das ist der spanische Thronfolger Felipe. Lawrence und Morata beschäftigen sich mit Fliegen – Taufliegen. Drosophila melanogaster, die Schwarzbäuchige Taufliege ist seit fast 100 Jahren das Versuchstier der klassischen Genetik, tausende Forscher beschäftigen sich weltweit mit ihr.

60 % des Erbgutes der untersuchten Fliegen kommen auch in tierischen, vor allem aber in menschlichen Genen vor – also kann man mithilfe der Fliege dem biologischen Ablauf der menschlichen Entwicklung auf die Spur kommen, zum Beispiel dem Alterungsprozess. Oder genetisch bedingten menschlichen Krankheiten, bestimmten Krebsarten, zum Beispiel.

Die Taufliege hat nur vier verschiedene Chromosomen, künstlich ausgelöste Genmutationen sind leicht erkennbar und sie vermehrt sich willig – ;eine halbe Milchtüte mit einem Stück verfaulender Banane genügt, um zweihundert Fruchtfliegen vierzehn Tagen lang bei Laune zu halten; schrieb mal ein Kollege von Lawrence und Morata.