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Scharfe Proteste gegen Rushdie-Auszeichnung

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Scharfe Proteste gegen Rushdie-Auszeichnung

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Auch nach fast zwanzig Jahren sorgt der Name Salman Rushdie noch für Empörung: Angestachelt durch den Ritterschlag, mit dem die britische Königin den Schriftsteller jetzt geehrt hat. Rushdie ist ein Verbrecher gegenüber Pakistan und dem Islam, sagt ein Anführer einer Kundgebung in Karatschi. Er sollte ausgeliefert und durch das Oberste Schariagericht bestraft werden.

Pakistan und Iran sind die Länder, die sich vor allem an Rushdies Auszeichnung stören. Auch in Malaysia haben konservative Moslems protestiert. Vor allem in Pakistan fühlt man sich gekränkt: Wir arbeiten doch mit dem Westen zusammen, sagt der Religionsminister. Wir leiden doch genauso im Kampf gegen den Terrorismus: Und trotzdem gießt der Westen Öl ins Feuer, jedes Mal wenn er die Möglichkeit dazu hat.

Das pakistanische Parlament hat die Auszeichung Rushdies ebenfalls verurteilt. Sowohl hier als auch im Iran wurde der britische Botschafter einbestellt. Weltberühmt wurde Salman Rushdie 1988, mit dem Buch Die satanischen Verse. Wegen seiner Darstellung des Religionsgründers Mohammed fühlten sich viele Moslems verletzt. Der geistliche Führer des Iran, Ajatollah Chomeini, rief zum Mord an Rushdie auf, der sich daraufhin jahrelang verborgen hielt. Gestern wurde Rushdie sechzig Jahre alt.