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Gay-Pride-Marsch in Jerusalem

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Gay-Pride-Marsch in Jerusalem

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In diesem Jahr hat er nun ohne größere Schwierigkeiten stattgefunden: Der immer umstrittene jährliche Gay-Pride-Umzug von Schwulen und Lesben im religiös geprägten Jerusalem.

Einige tausend Teilnehmer wurden von noch mehr Polizisten begleitet. Nur fünfhundert Meter weit wurde marschiert, aber immerhin: der Umzug fand statt. Nur die geplante Abschlusskundgebung musste abgesagt werden: Überraschend streikten die Feuerwehrleute.

Man demonstriere gegen das Totschweigen, sagt einer der Veranstalter; und für die menschlichen Grundrechte. Und man wolle die Unterdrückung beseitigen, die es in Jerusalem gebe.

Für strenggläubige Juden ist Schwulsein aber ein Unding – und erst recht, es stolz in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ein Anführer der Proteste sagt, für orthodoxe Juden oder überhaupt für jeden, der nach der Tora lebe, sei das eine Entweihung der Tora, eine Entweihung jüdischen Lebens.

Seit Tagen protestierten ultra-orthodoxe Juden gegen den Schwulen- und Lesbenmarsch; es gab Zusammenstöße mit der Polizei und Festnahmen. An diesem Tag wird sogar ein Mann mit einem Sprengsatz festgenommen.

Ihre Verbotsversuche scheiterten diesmal aber. Noch letztes Jahr war nur eine geschlossene Veranstaltung in einem Stadion erlaubt – nachdem 2005 ein Mann auf Kundgebungsteilnehmer eingestochen hatte.

Seit 2001 gibt es Gay-Pride-Märsche in Jerusalem, immer umstritten: Im Gegensatz zum offeneren Tel Aviv, wo von derartigen Protesten nie etwas zu spüren ist – auch nicht beim diesjährigen Umzug vor einer Woche.