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Italienische Justiz ermittelt gegen Polizeichef

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Italienische Justiz ermittelt gegen Polizeichef

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Die Justizbehörden haben Ermittlungen gegen den Chef der italienischen Polizei, Gianni De Gennaro, aufgenommen. Er wird in einem Prozess um die blutigen Zusammenstöße am Rande des G8-Gipfels in Genua vor sechs Jahren belastet. Konkret geht es in dem Verfahren gegen 29 Polizisten um eine Razzia in einer Schule, in der die Globalisierungskritiker damals übernachtet hatten. Laut der Staatsanwaltschaft hatten die Einsatzkräfte Dutzende Menschen verprügelt und teilweise schwer verletzt. Ein Polizei-Kommandeur räumte später ein, dass vier Beamten auf ein Mädchen eingeschlagen hätten, das bereits am Boden lag. Er habe aus Solidarität mit seinen Kollegen die Übergriffe zunächst geleugnet, sagte der Polizeioffizier.

Der gesamte Einsatz der Sicherheitskräfte beim G8-Gipfel in Genua wird seit Jahren heftig kritisiert. Ein Demonstrant war damals von einem Polizisten erschossen worden. Das Verfahren gegen den Todesschützen wurde später eingestellt. Der Carabiniere habe in Notwehr gehandelt, hieß es zur Begründung. Eine Konsequenz der Vorfälle steht jedoch bereits fest: Gianni De Gennaro soll nach Ablauf seines Mandats in diesem Jahr nicht wieder zum Polizeichef ernannt werden.