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Nahost: Hamas bestreitet Mordpläne gegen Abbas - Neue Friedensgespräche in Sharm el-Sheikh

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Nahost: Hamas bestreitet Mordpläne gegen Abbas - Neue Friedensgespräche in Sharm el-Sheikh

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Der militärische Arm der radikalislamischen Hamas hat am Donnerstag energisch bestritten, ein Mordkomplott gegen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geplant zu haben. Bei einer Pressekonferenz, die ausgerechnet in Abbas’ Residenz in Gaza stattfand, sagte ein Vertreter der Kassam-Brigaden, man weise diese Anschuldigungen kategorisch zurück. Abbas sei niemals das Ziel eines geplanten Anschlags gewesen.

Abbas’ Büro veröffentlichte unterdessen ein Video, das die Mordvorwürfe untermauern soll. Zu sehen sind Männer, die einen Gegenstand in einem Tunnel ablegen. Allerdings ist unklar, ob es sich tatsächlich um eine Bombe handelt. Am Mittwoch hatte Abbas in Ramallah erklärt, die Hamas habe einen Anschlag gegen ihn geplant. Als Beweis führte er das Video an, das er von einem Hamas-Mitglied bekommen habe. Wörtlich bezeichnete er die Hamas als “Putschisten, Mörder und Terroristen”, mit denen es keinen Dialog geben könne.

Unterdessen kündigte der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert an, er werde am Montag mit Abbas im ägyptischen Sharm el-Sheikh zu Friedensgesprächen zusammentreffen. Man wolle damit eine Basis schaffen, die zu einem neuen Anfang für Israelis und Palästinenser führen könne, sagte Olmert.

Die Internationale Gemeinschaft befürchtet unterdessen eine Islamisierung des von der Hamas kontrollierten Gazastreifens. Tatsächlich sollen Frauen dort künftig Kopftücher tragen, mehrere Internetcafés wurden geschlossen. Die USA setzen auf uf den scheidenden britischen Premierminister Tony Blair als neuen Sondergesandten des Nahost-Quartetts. Blair selbst hat offenbar bereits Interesse an der Aufgabe bekundet.