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Weiterhin Fatwa-Drohung gegen Rushdie?

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Weiterhin Fatwa-Drohung gegen Rushdie?

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Der Streit um die hohe Auszeichnung für den Schriftsteller Salman Rushdie ist um eine Facette reicher: Ein hoher islamischer Geistlicher im Iran hat darauf hingewiesen, dass seiner Meinung nach die Fatwa gegen Rushdie weiterhin gilt.

Eine Fatwa ist im Islam das Gutachten eines Geistlichen zu einem Problem, egal welcher Art. Mit einer solchen Fatwa rief der frühere geistliche Führer des Iran, Ajatollah Chomeini, vor fast zwanzig Jahren zum Mord an Rushdie auf. Dessen Buch “Die satanischen Verse” galt vielen Moslems als Angriff auf ihren Religionsgründer Mohammed.

Rushdie hielt sich daraufhin unter Polizeischutz jahrelang versteckt. Erst als sich die iranische Regierung von dieser Fatwa distanzierte, kehrte der britische Autor wieder in die Öffentlichkeit zurück. Immer gab es aber auch die Ansicht, eine Fatwa könne nicht aufgehoben werden und gelte unbegrenzt.

Auslöser des jetzigen Streits ist die Auszeichnung Rushdies durch die britische Königin. Der Schriftsteller erhielt die Ritterwürde, also den Ehrentitel “Sir”. Das führte im Iran und in Pakistan zu offiziellen Protesten der Regierungen, ebenfalls vor allem in Pakistan auch zu Demonstrationen. Auch andere islamische Länder äußerten Einwände. Großbritannien hält an der Auszeichnung aber fest und verweist auf die Meinungsfreiheit.