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Scharfe Kritik des afghanischen Präsidenten an NATO-geführter Schutztruppe

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Scharfe Kritik des afghanischen Präsidenten an NATO-geführter Schutztruppe

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Angesichts der wachsenden Zahl ziviler Opfer hat der afghanische Präsident Hamid Karsai die NATO-geführte Schutztruppe ISAF schärfer als je zuvor angegriffen und vor Konsequenzen gewarnt. Karsai zeigte sich besonders empört über den Beschuss eines Dorfes, wo nach jüngsten Berichten 25 Menschen getötet wurden, darunter Frauen und Kinder: Sie seien das Opfer unangemessener Gewaltanwendung und mangelnder Ansprache mit der afghanischen Regierung, sagte Karzai: Terroristen bekämpfe man nicht, indem man eine 37 Kilometer entfernte Kanone auf ein Ziel abfeuere; bei einem solchen Vorgehen seien zivile Opfer unvermeidlich.

Zudem hätten die NATO-Soldaten das Dorf in der südlichen Provinz Helmand um zehn Uhr abends angegriffen, fügte Karzai hinzu; da stelle sich die Frage: warum? Karsai rief die NATO-Kräfte auf, den Plan des Kabuler Verteidigungsministeriums für eine bessere Kooperation umzusetzen. Entweder arbeite die ISAF mehr mit den Afghanen zusammen, oder Kabul werde eine Entscheidung treffen müssen, sagte Karsai, ohne weitere Details zu nennen.