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Tony Blair zur Privataudienz beim Papst

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Tony Blair zur Privataudienz beim Papst

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Von Brüssel nach Rom, zu einem Gipfeltreffen ganz anderer Art: Tony Blair wird vom Papst zur Privataudienz empfangen, wenige Tage, bevor er sein Amt als britischer Regierungschef abgibt. Das und dieser Besuch im Vatikan schüren in Blairs Heimat die Gerüchte, Blair wolle die anglikanische Kirche verlassen und zum katholischen Glauben übertreten. Seine Frau ist katholisch, die vier Kinder werden ebenfalls so erzogen.

Die Privataudienz dauert gut eine halbe Stunde. Einzelheiten wurden nicht bekannt. Es sollte aber vor allem um Blairs geplante Stiftung gehe, mit der er die großen Religionen Christentum, Judentum und Islam versöhnen will.

Während der letzten zehn Minuten der Audienz war auch der Erzbischof von Westminster dabei, selber Kardinal und der höchste katholische Geistliche für England und Wales.

Für viel Aufregung sorgt der mögliche Glaubenswechsel bei den Briten allerdings nicht; zumal Blair ja schon bald nicht mehr im Amt ist. Ein Mann auf dem Petersplatz in Rom sagt: “Blair macht doch sowieso nur, was Bush will, nicht, was er selber will. Wenn Bush sagt, mach das, dann macht er das.” – “Ist nicht seine Frau katholisch,” meint eine Touristin. “Ich verstehe das: Er hört doch als Premierminister auf, und es ist jetzt seine Sache.”

Blair selbst sagt heute in einem Zeitungsinterview, er wolle darüber nicht reden. Nur soviel: Mit solchen Sachen sei es manchmal schwierig. Es sei nicht immer alles so eindeutig, wie es aussehe.