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Volkes Stimme in Warschau und Berlin zum Gipfel-Kompromiss

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Volkes Stimme in Warschau und Berlin zum Gipfel-Kompromiss

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Die Warschauer Zeitung “Rzeczpospolita” titelt: “Horror – Kompromiß – Horror”. Und wie sehen das der Mann oder die Frau auf der Straße? Ein Passant in Warschau meint, eigentlich sei es nicht gut gewesen, so hart zu verhandeln, mit Blick auf das Ergebnis finde er die Methode jeooch nützlich. Man werde ja sehen, ob Polen bei dieser harten Linie doch noch verliert.
Eine Frau war vor allem zufrieden, dass man am Ende doch noch einen Kompromiß gefunden hat, wörtlich: “…dass wir nachgegeben haben.” In ihren Augen hat die polnische Hartnäckigkeit zum guten Ende geführt.

Zwei Passanten auf der Straße reichen sicher nicht aus, um schon zu beurteilen, wie sich die Kaczynski-Haltung innenpolitisch auswirken wird. Vor dem Brandenburger Tor in Berlin hörte man vor allem Lob für guten Nerven der Kanzlerin.

“Ich hätte nicht die Geduld gehabt, die die Frau Merkel da an den Tag gelegt hat. Sie hat ja zwischendurch mal gesagt, jetzt machen wir es mit 26 Staaten, Polen außen vor. Ich wäre schon viel früher ausgeflippt. Ich hätte gesagt, Polen, besinnt euch mal.” – “Sie wollen mehr Stimmgewicht haben. Das ist für mich unverständlich. Allein die Äußerung mit dem II.Weltkrieg und den Toten, die zugerechnet werden sollen. Das kann ich nicht nachvollziehen.”

Eines haben aber alle nach diesem Verhandlungsmarathon gelernt: Mit der Größe der EU wächst auch die Zahl der möglichen Stolpersteine.