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Todesstrafe für "Chemie-Ali"

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Todesstrafe für "Chemie-Ali"

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Im Prozess wegen des Völkermords an den Kurden im Nordirak ist der Hauptangeklagte, Ali Hassan al-Madschid, zum Tode verurteil worden. Auch der ehemalige Verteidigungsminister Sultan Haschim und der frühere Armee-Kommandeur Hussein al-Raschid erhielten die Höchststrafe. Zwei weitere Angeklagte müssen lebenslänglich ins Gefängnis. Einer wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Al-Madschid war vorgeworfen worden, den Einsatz von Giftgas gegen kurdische Zvilisten befohlen zu haben. Er wird deshalb auch Chemie-Ali genannt. Der Cousin des ehemaligen irakischen Machthabers Saddam Hussein legte ein Teilgeständnis ab. Er gab zu, die Ermordung von Kurden befohlen zu haben. Er bestritt aber die Anordnung, Giftgas einzusetzen.

Bei dem Völkermord waren Ende der 1980-er Jahre bis zu 180.000 irakische Kurden getötet worden. Hunderttausende wurden vertrieben. Ganze Ortschaften wurden zerstört. Der ursprüngliche Hauptangeklagte war Saddam Hussein selbst. Das Verfahren gegen ihn wurde aber eingestellt, nachdem er bereits Ende vergangenen Jahres hingerichtet worden war.