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Was steckt hinter dem blutigen Konflikt in Darfur?

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Was steckt hinter dem blutigen Konflikt in Darfur?

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Der Bürgerkrieg im Sudan schwelt schon seit gut zwei Jahrzehnten. Zunächst wurden auch die Auseinandersetzungen in der Region Darfur einfach als ethnischer Konflikt zwischen der schwarzafrikanisch- und der arabisch-stämmiger Bevölkerung angesehen. Seit 2003 ist Darfur Schauplatz einer blutigen Rebellion gegen die arabisch-dominierte Regierung.

Ronny Brauman, Ex-Präsident der in Darfur tätigen “Ärzte ohne Grenzen”, meint, weder Sarkozy noch eine Konferenz können diesen Konflikt beenden. Das könnten nur die Sudanesen selbst. Die internationale Gemeinschaft könnte Druck auf die Kriegsparteien ausüben, damit sie miteinander reden. Aber ihnen einen Friedensvertrag aufzwingen, das werde niemals funktionieren.

Blau auf der Karte sind die Siedlungsgebiete der seßhaften afrikanischen Bauern gekennzeichnet -weiß jene Gebiete, die normalisierende arabische Viehzüchter für sich beanspruchen.

Seit vier Jahren werden die seßhaften Bauern mit Gewalt aus ihren Dörfern vertrieben – und zwar von den “Dschandschawid” genannten arabischen Reitermilizen, die offensichtlich von der Regierung mit Waffen versorgt werden.
Zwei-einhalb Millionen Menschen mussten Haus und Hof verlassen, vegetieren in Flüchtlingslagern dahin.

Gegen die Regierung kämpfen zwei schwarz-afrikanische Rebellenorganisationen. Die Sudanesische Befreiungsarmee- abgekürzt SLA. Die andere nennt sich “Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit.”

Hinter den scheinbar ethnischen Konfikten aber stehen die Reichtümer der Region. In Darfur gibt es Erdöl. Und daran sind chinesische Unternehmen interessiert. China kauft mehr als die Hälfte des sudanesischen Erdöls auf und deckt damit um die 6 Prozent seines Bedarfs.

Rot sind auf unserer Karte jene Gebiete markiert, in denen chinesische Unternehmen die Erschließung von Ölquellen betreiben. Daneben sind vor allem Unternehmen aus Indien und Malaysia beteiligt. Damit erklärt sich auch, warum China Sanktionen gegen die sudanesische Regierung so hartnäckig ablehnt. Die internationale Gemeinschaft hat aber schon viel zu lange zugesehen und sich auf “humanitäre Hilfe” beschränkt, die kaum der sprichwörtliche “Tropfen auf den heißen Stein” sein kann.