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Europarat gegen Porno Chic in der Werbung

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Europarat gegen Porno Chic in der Werbung

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Der Begriff stammt aus dem Kino der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Jetzt ist Porno Chic in der Werbung angekommen – und im Europarat.

Dessen Parlamentarische Versammlung regt sich auf über das Vordringen von Latex, Stilettos und Co in die Popkultur. Oft würden Frauen in erniedrigenden und herabwürdigenden Situationen gezeigt. Gewalt werde angedeutet, oft mit Glamour veredelt und so verharmlost – die Menschenwürde aber auf jeden Fall verletzt, so ein Bericht.

Oft würden Frauen in der Werbung auch als unterwürfig, zweitrangig und doof dargestellt. Die Autorin Gulsun Bilgehan aus der Türkei: “Wir wissen zum Beispiel, dass in einem entwickelten Staat jeder Bürger jeden Tag 2500 Werbebotschaften ausgesetzt ist. Vor allem Jugendliche beeinflußt die Werbung sehr stark. Meist ist das Bild, das da verbreitet wird, besonders das der Frauen, meilenweit von der Realität entfernt.”

Was tun? In Spanien und Portugal kann man bereits gerichtlich gegen sexistische Werbung vorgehen. Die Versammlung fordert von den anderen 45 Mitgliedsstaaten, Auswüchse in der Werbung ebenfalls durch rechtliche Maßnahmen, Selbstregulierung und Aufklärung zu bekämpfen. Zum Beispiel durch kostenlose Telefonnummern, Mail- oder Postadressen, über die Beschwerden weitergeleitet werden.

Der Europarat – nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat oder dem Rat der Europäischen Union – besteht seit 1949 und hat heute 47 Mitgliedern. Er ist ein Forum für Debatten über allgemeine europäische Fragen, institutionell nicht verbunden mit der Europäischen Union. In der Parlamentarischen Versammlung sitzen Parlamentarier aus den Mitgliedstaaten.

Die Abgeordneten wollen am Thema dranbleiben – durch eine umfassende Studie über das Bild von Frauen und Männern in der Werbung.