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UN-Jahresdrogenbericht: Bei der Drogenbekämpfung auf Afghanistan konzentrieren

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UN-Jahresdrogenbericht: Bei der Drogenbekämpfung auf Afghanistan konzentrieren

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In Afghanistan führt eine internationale Militärtruppe einen Kampf gegen Aufständische – den Vereinten Nationen zufolge gibt es aber in dem asiatischen Land noch eine zweite Front. Glaubt man dem UN-Jahresdrogenbericht, so haben die Drogenclans in Afghanistan ihre Anbaugebiete so stark ausgeweitet wie noch nie zuvor.

Dennoch spricht der Direktor des UN-Büros für Drogenkontrolle und Verbrechenskämpfung UNDOC, Antonio Maria Costa, auf globaler Ebene von Fortschritten. “Im weltweiten Maßstab konnte die Lage eingedämmt werden, die Dinge sind weitestgehend unter Kontrolle. Dies gilt für die Produktion, den Handel, Konsum von allen denkbaren Drogen wie Heroin, Kokain, Amphetamine oder Marihuana”, so Costa.

Und in der Tat: weltweit ging der Opium-Anbau zurück, doch die Zahlen aus Afghanistan scheinen diesen Erfolg wieder zu relativieren. Immerhin hat Afghanistan einen weltweiten Anteil von 92 Prozent am Anbau der Pflanze. Deutlicher Rückgang auch beim Coca-Anbau. Nach wie vor weltweite Nummer beim Anbau der Pflanze ist und bleibt Kolumbien.

Und schließlich wächst auch immer weniger Cannabis auf den Feldern der Welt, dennoch erreichte die Haschisch-Produktion in Marroko im Jahr 2005 einen Rekordwert. Aus dem Bericht geht hervor, daß fünf Prozent der Weltbevölkerung Drogen konsumieren, das enstpricht 200 Millionen Menschen. 25 Millionen von ihnen sind schwer drogensüchtig.

Für Antonio Maria Costa ist vor allem Marihuana ein Problem. “Marihuana-Raucher werden nicht nur high, sondern auch krank. Das zerstörerische Potential dieser Droge ist um ein vielfaches höher als ich noch ein Kind war. Und es richtet so viel Schaden an wie andere stärkere Drogen”, meint Costa.

Schließlich gilt es noch ein weiteres Problem zu lösen. Hat man Anbauer von Opium, Coca oder Cannabis einmal davon abgebracht, diese Grundstoffe für Drogen zu kultivieren, so werden diese arbeitslos. Nicht selten wenden diese sich dann illegalen Einkommensquellen zu, um zu überleben. Ein Teufelskreis für verarmte Länder, in denen Instabilität und Korruption herrschen.