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Blair räumt Dowing Street Nummer 10

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Blair räumt Dowing Street Nummer 10

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In der Downing Street Nummer 10 beginnt ein neues Kapitel: Die Blairs ziehen aus, die Browns ziehen ein. Nach zehn Jahren bekommen Tony Blair und seine Frau Cherie eine neue Adresse. Der kleine Leo ist in der Downing Street geboren, seine drei Geschwister sind dort aufgewachsen. Tony Blair war jung, gerade einmal 44 Jahre alt, als er zusammen mit seiner Frau erstmals die neue Wohnung mit der prestige-trächtigen Adresse besichtigte, ein wenig schüchtern noch. Das hat sich geändert: Mittlerweile hat er ein Jahrzehnt lang Erfahrungen auf dem internationalen politischen Parkett gesammelt, Blair gilt als einer der erfahrensten Staatsmänner seiner Zeit. Vielleicht haben sie der Downing Street Nummer 10 einen eigenen Stil gegeben. Nach der “Eisernen Lady”, nach Margaret Thatcher, nach dem eher “grauen” John Major brachten die Blairs frischen Wind ins Haus, ein bisschen Rock´n´Roll sogar. Der neue Stil provozierte die Karikaturisten. Sie bereuen den Abgang Blairs: “Er war fantastisch zu zeichnen”, sagt einer von ihnen. “Es gibt so viel, das man von seinem Charakter zeigen konnte. Natürlich waren da die Zähne, dieses enorme Lächeln, all diese Zähne. Und dann dieser manchmal irre Blick…” Mit 54 Jahren und einer steilen Karriere sucht Blair nun nach neuen Aufgaben. Jetzt wird er Nahost-Beauftragter des sogenannten Nahost-Quartetts. Im selben Alter zog sich vor sieben Jahren Bill Clinton aus dem Weißen Haus zurück. Dass Blair nicht Däumchen drehen wird, ist klar. Ein Politik-Beobachter meint, für einen ehemaligen Premierminister sei Blair extrem jung. Er habe eine große Familie mit einem teuren Geschmack – wie Blair selbst wohl auch. Es gebe also keinen Zweifel daran, dass er Geld verdienen werde. Mit seinen Parlamentsdiäten käme Blair wohl kaum über die Runden. Er werde wohl versucht sein, seine Erfahrungen weiterzugeben und Vorträge zu halten. Am Dienstag ließ Blair sich mit Arnold Schwarzenegger sehen, seine letzte Pressekonferenz. Zusammen mit dem “Terminator” gab Blair zu verstehen, dass sein Presseberater ihm vor allem eines eingeschärft habe: “Sag bloß nicht, ich komme wieder.”