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Jahresbericht des UN-Bevölkerungsprogramms

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Jahresbericht des UN-Bevölkerungsprogramms

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Im Jahr 2008 wird es auf der Erde erstmals mehr Städter als Landbewohner geben. Das ist eines der Ergebnisse des Jahresberichtes 2007 des UN-Bervölkerungsprogrammes, der heute in New York, Berlin und London vergestellt wurde.

Demnach dürfte die Zahl der Städter im kommenden Jahr bei 3,3 Milliarden Menschen liegen. Das sind mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung. Bis 2030 sollen es fünf Milliarden sein. Eine Entwicklung, die vor allem Afrika und Asien betrifft.

Thoraya Obaid, die Direktorin des Weltbevölkerungsprogrammes, sagt, dass die Politiker verstehen müssten, dass viele Menschen vom Land in die Stadt zögen, weil sie dort bessere Möglichkeiten hätten.

Nirgends wächst die Stadtbevölkerung so schnell wie in China, zum Beispiel Shunde. Innerhalb von nur vier Jahren hat sich die Einwohnerzahl hier verdoppelt. Angezogen vom Wirtschaftsboom in der Region Guandong, sucht die Landbevölkerung ihr Glück in der Stadt. Luo Changkun und seine Frau sind ebenfalls in die Stadt gezogen. Sie kommen aus der Provinz Jiangxi und haben in Shunde ein Unternehmen gegründet: “Wir hatten früher eine Farm, jetzt besitzen wir ein vierstöckiges Gebäude.”

Die Landflucht schafft Probleme: 40 Prozent der Einwohner Shundes sind nicht gemeldet. Die Behörden versuchen eine Infrastrukur aufzubauen, um der Bevölkerungsexplosion Herr zu werden.

Viele Landbewohner träumen vom großen Glück in der Stadt. Die 18-Jährige Zhao Zhihua ist mit ihrer Familie im Jahr 2005 aus der Provinz Hunan nach Shunde gekommen: “Zuerst war ich schockiert, als wir herkamen. Es war so schön, die Stadt hatte so viele Hochhäuser.” Die Schattenseite der Landflucht: Nach UN-Angaben leben knapp eine Milliarde Menschen in städtischen Slums. Das ist knapp jeder siebte Erdenbürger.