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Letzter Tag im Prozess um Terroranschläge von Madrid - Urteil erst im Oktober erwartet

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Letzter Tag im Prozess um Terroranschläge von Madrid - Urteil erst im Oktober erwartet

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In Madrid geht am Montag der Prozess um die Terroranschläge vom 11. März 2004 zu Ende. Die Verteidigung hat am letzten Verhandlungstag den Freispruch des mutmaßlichen Chefideologen der Attentäter gefordert. Der Ägypter Rabei Osman el-Sayed sei nur auf Arbeitssuche nach Europa gekommen, so die Argumentation des Anwalts. Zudem seien die Beweise gegen el-Sayed auf illegale Weise beschafft worden.

Die Staatsanwaltschaft fordert für el-Sayed und sieben weitere Hauptangeklagte jeweils fast 40.000 Jahre Haft. Im Fall einer Verurteilung müssten die Beschuldigten davon höchstens 40 Jahre verbüßen. Die 28 Angeklagten, die den Prozess in einem Käfig aus kugelsicherem Glas verfolgt hatten, erhielten am letzten Verhandlungstag die Möglichkeit, sich noch einmal zu äußern. Ein Urteil wird erst im Oktober erwartet.

Bei den Bombenanschlägen auf vier Pendlerzüge im Raum Madrid waren 191 Menschen getötet und mehr als 1.800 verletzt worden. Die sieben vermutlich wichtigsten Täter allerdings saßen nicht auf der Anklagebank. Sie hatten sich drei Wochen nach den Anschlägen bei einer Polizeirazzia selbst in die Luft gesprengt.